Jusos Niedersachsen begrüßen Vorstoß zur Öffnung der Ehe

"Es wird Zeit, dass auch in Deutschland die gesellschaftlichen Realitäten endlich anerkannt werden und die Ehe nicht länger ein exklusiver Bund zwischen Mann und Frau bleibt" - Christoph Brodhun (stellvertretender Juso-Landesvorsitzender)

Die Jusos Niedersachsen begrüßen die Bundesratsinitiative der rot-grünen
Landesregierung, dem jüngsten irischen Vorbild zu folgen und die Ehe auch
für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen.

"Es wird Zeit, dass auch in Deutschland die gesellschaftlichen Realitäten
endlich anerkannt werden und die Ehe nicht länger ein exklusiver Bund
zwischen Mann und Frau bleibt", so der stellvertretende
Juso-Landesvorsitzende Christoph Brodhun. „KritikerInnen führen gegen die
Gleichberechtigung meist ins Feld, dass sie rechtlich in Deutschland nur
durch eine Änderung des Grundgesetzes möglich sei. Allerdings wird im
Grundgesetz mit keinem Wort definiert, was in Deutschland als Ehe gilt. Es
ist eben gerade am Bundesgesetzgeber zu bestimmen, was unter Ehe zu
verstehen ist. Und hier besteht einiges an Spielraum“, so Brodhun weiter.

Aus Sicht der Jusos sind die Argumente gegen die Öffnung der Ehe
fadenscheinig und nicht länger haltbar. „Die Bundesregierung kann sich dem
veränderten, gesellschaftlichen Diskurs nicht einfach verschließen und
sich auf einen vollkommen überholten Standpunkt zurückziehen. Auch das
Argument gegen die gleichgeschlechtliche Ehe, wonach aus einer solchen
keine Kinder hervorgingen, überzeugt nicht, da es auch genug
heterosexuelle Ehen ohne Kinder gibt", ergänzt Brodhun.

„Es ist die Aufgabe der Regierung, sich dem Wandel der Gesellschaft
anzunehmen. Sich hingegen unter dem Deckmantel christlicher Traditionen
neuen gesellschaftlichen Gegebenheiten – wie dem Weg zu einer freien Ehe,
unabhängig von Herkunft und Geschlecht –  zu entziehen, wirkt
fadenscheinig und realitätsfern",  so Eva Maresa Emons, ebenfalls
stellvertretende Landesvorsitzende. „Mit der Ehe von
gleichgeschlechtlichen Paaren geht keineswegs der Niedergang christlicher
Prinzipien einher. Ihre Anerkennung und  Wertschätzung unterstreicht
vielmehr den Gedanken der Gleichberechtigung und Gleichbehandlung aller
Menschen", so Emons weiter.

Das Widerstreben der Union, eine vollständige Gleichstellung zu
garantieren, wendet sich klar gegen unseren Zeitgeist. Das Festhalten an
derart überkommenen Realitäten ist gleichzeitig das Festhalten an
mittelalterlichen Ansichten. Zu begrüßen ist, dass die Landesregierung
erkannt hat, dass es Zeit wird, dieser Rückständigkeit entgegenzutreten,
indem sie die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare vorantreibt.
Dieses Bestreben entspringt nicht nur dem politischen Gestaltungswillen.
Schaut man sich neuere Umfragen an, wird deutlich, dass drei von vier
BürgerInnen die Öffnung begrüßen würden. Was politisch und
gesellschaftlich gewollt ist, kann nicht unangemessen sein.