Am 8. März ist Weltfrauentag!

Der erste Frauentag wurde in Deutschland am 19. März 1911 begangen. Ins Leben gerufen wurde er durch die Sozialistin Clara Zetkin nachdem drei Jahre zuvor in den USA ein nationaler Kampftag für die Einführung des Frauenwahlrechts beschlossen wurde. Es sollte bis 1919 dauern bis deutsche Frauen das erste Mal wählen durften. In den USA dauerte es sogar noch ein Jahr länger.

Die Frauenbewegung hat große Erfolge erlangt. Trotzdem begehen wir noch heute den Internationalen Frauentag. Warum denn eigentlich, wenn wir alle so schön gleichberechtigt sind?

Es ist einfacher gesagt als getan: trotz rechtlicher Gleichstellung aller Geschlechter ist eine faktische Gleichstellung noch lange nicht erreicht. Ein paar Beispiele: Männer verdienen im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst 22% mehr als Frauen im Bundesdurchschnitt. In Niedersachsen liegt der sogenannte Gender Pay Gap bei 20%. Zudem sind weitaus mehr Frauen teilzeitbeschäftigt und arbeiten häufiger in Minijobs als Männer. Und das, obwohl Mädchen bessere Bildungsabschlüsse erlangen. Frauen und Menschen mit anderen Geschlechteridentitäten werden häufiger Opfer sexualisierter Gewalt als Männer, nicht nur im öffentlichen Raum sondern auch am Arbeitsplatz und im sozialen Umfeld. Für uns kaum zu glauben: Vergewaltigung in der Ehe war bis 1997 gar kein Straftatbestand! Ein Großteil der Opfer zeigt die Täter nicht an und viel zu wenig Taten werden überhaupt aufgeklärt.

Wir Jusos sind ein sozialistischer, feministischer und internationalistischer Richtungsverband und setzen uns aktiv für eine komplette Gleichstellung der Geschlechter ein. Wir vergessen dabei nicht, dass die Erfolge, die die Frauenbewegung hierzulande erkämpft hat, in anderen Ländern noch nicht erstritten werden konnten. Deswegen fordern wir euch auf: raus zum Internationalen Frauentag! Steht ein für Gleichberechtigung!