Jusos fordern Absage des Frei.Wild Konzerts

Am Freitag, dem 29.11, will die Band Frei.Wild ein Konzert im Capitol in Hannover spielen. Bei der Musikgruppe aus Südtirol handelt es sich um eine der erfolgreichsten und umstrittensten deutschsprachigen Bands, deren Auftritt derzeit heftig diskutiert wird. Auch die Jusos Niedersachsen fordern eine Absage des Konzerts und kündigen Gegenprotest an

Benjamin Köster, Landesvorsitzender der Jusos Niedersachsen kommentiert, dass Frei.Wild in ihren Texten völkisch-nationalistisches Gedankengut transportieren
Arne Zillmer, stellvertretender Juso-Landesvorsitzender ergänzt, dass Frei.Wild eindeutig Botschaften vermittelt ,die andere Nationen und Kulturen herabwürdigen

Der Landesvorsitzende der Jusos Niedersachsen, Benjamin Köster, erklärt dazu: „Frei.Wild transportieren in ihren Texten völkisch-nationalistisches Gedankengut, welches man so auch in rechtsradikalen Kreisen findet. Zwar betont die Band stets, ‚unpolitisch‘ zu sein und gegen ‚jeden Extremismus‘ einzutreten. Doch mit den Liedern der Band werden Versatzstücke extrem rechter Ideologie einer breiten Masse an Jugendlichen zugänglich gemacht, wodurch die ohnehin schon latent verbreitete Fremdenfeindlichkeit hierzulande weiter zunimmt“.

Als Grund für den Protest wird auch die problematische Vergangenheit des Frei.Wild Sängers Philipp Burger genannt, welcher zuvor in einer rechtsradikalen Skindhead-Band namens „Kaiserjäger“ spielte und sich politisch bei einer rechtspopulistischen Partei engagierte. Nach Bekanntwerden von Burgers politischen Wirken war dieser aus der Partei wieder ausgetreten und distanzierte sich seitdem mehrfach von rechtem Gedankengut.

Die Distanzierungen von Burger seien „höchst lächerlich“, so Arne Zillmer, stellvertretender Juso-Landesvorsitzender und zuständig für den Themenbereich Antifaschismus. „Wer früher in einer extrem rechten Band spielte und heute gegen angebliche Überfremdung und Gutmenschen hetzt, ist mit Sicherheit nicht ‚unpolitisch‘, sondern verbirgt sein rückständiges Weltbild hinter einem pseudo-rebellischen Habitus. Frei.Wild vermitteln eindeutig Botschaften, die andere Nationen und Kulturen herabwürdigen. Dies werden wir Jusos nicht einfach so hinnehmen“, kommentiert Zillmer die Diskussion um die Band.
 

In den vergangenen Tagen hatte es bereits von verschiedenen Seiten Kritik am Konzert im Capitol gegeben. So ruft unter anderem eine Facebook-Initiative zu einer Kundgebung gegen die Band auf. Auch der Bezirksrat Linden-Limmer verurteilt in einer gemeinsamen Erklärung aller Parteien den Auftritt der Band und fordert eine Absage auf. An diese Forderung knüpfen nun auch die Jusos an:

„Für Nationalismus darf es keine Bühne geben. Wir rufen darum all unsere Mitglieder zur Teilnahme an der Gegenkundgebung am 29.11. um 17 Uhr am Schwarzen Bär auf. Außerdem fordern wir die Betreiber des Capitols dazu auf, Zivilcourage zu zeigen und das Konzert abzusagen“, so Zillmer.